EN ISO 14116 EN ISO 11611 EN 13034 EN ISO 11612 EN IEC 61482-1-1 EN 1149-5 EN 61482-2 EN 61482-1-2 299 INDEX NORMEN Nach EN ISO 11611 zertifizierte Schutzkleidung schützt den Träger/die Träger:in vor kleinen Spritzern geschmolzenen Metalls und kurzem Kontakt mit Flammen. Sie ist für Schweißarbeiten und verwandte Verfahren geeignet. Schweißerschutzkleidung wird abhängig von der verwendeten Schweißmethode und den dabei entstehenden Schweißspritzern und der Strahlungswärme in zwei Schutzklassen eingeteilt: Klasse 1 – Schutz gegen weniger gefährdende Schweißverfahren und Arbeitssituationen mit weniger Schweißspritzern und niedrigerer Strahlungswärme. Klasse 2 – Höherer Schutz bei stärker gefährdenden Schweißverfahren und Arbeitssituationen mit mehr Schweißspritzern und stärkerer Strahlungswärme. (A1) Begrenzte Flammenausbreitung, Oberflächenbeflammung. (A2) Begrenzte Flammenausbreitung, Kantenbeflammung. Chemikalienschutzkleidung nach EN 13034 mit eingeschränkter Schutzwirkung ist für die Verwendung in Fällen einer möglichen Exposition gegenüber leichter Chemikalienversprühung, flüssigen Aerosolen oder mit niedrigem Druck auftretenden Spritzern geeignet. Die Schutzleistung ist darauf beschränkt, dem/die Träger:in zu ermöglichen, sie bei einer eventuellen Exposition schnell ausziehen zu können, bevor die jeweiligen Chemikalien den Stoff durchdringen. Verfügbar in zwei Versionen: TYP 6 Schutzkleidung getestet als einteiliger Anzug TYPE PB [6] Nicht getestet als einteiliger Anzug (PB bedeutet ”partial body”). Jedes Kleidungsstück, das als PB [6] zertifiziert ist, muss in Kombination mit anderen Kleidungsstücken und mit weiterer persönlicher Schutzausrüstung kombiniert getragen werden, um einen Ganzkörperschutz zu gewährleisten. Schutzkleidung, die nach dieser internationalen Norm zertifiziert ist, dient dazu, den/die Träger:in der Kleidung bei vereinzeltem und kurzen Kontakt mit kleinen Flammen in Situationen zu schützen, bei denen keine wesentlichen Gefahren durch Hitze bestehen und keine sonstigen Hitzequellen vorhanden sind. Zum Schutz gegen Gefahren durch Hitze wird die ISO 11612 empfohlen. Schutzkleidung nach der EN ISO 14116 kann aus mehreren ein- oder mehrschichtigen Kleidungsstücken oder einem einzelnen Kleidungsstück bestehen. Alle Materialkombinationen, die dieser Norm entsprechen, müssen bei einer Prüfung gemäß ISO 15025 einen Index für begrenzte Flammenausbreitung von 1, 2 oder 3 erzielen. Index für begrenzte Flammenausbreitung: Index 1 (Flammenausbreitung, brennende Rückstände und nachglühende Eigenschaften) Index 2 (wie Index 1 zuzüglich lochbildender Eigenschaften) Index 3 (wie Index 2 zuzüglich nachbrennender Eigenschaften) Bei Index 1 (geringster Schutz) kann die Schutzkleidung nur über einem Kleidungsstück mit dem Index 2 oder 3 getragen werden. Kleidung gemäß Index 1 sollte nicht in Kontakt mit der Haut getragen werden, beispielsweise am Nacken oder Handgelenk. Nach EN ISO 11612 zertifizierte Kleidung schützt den Träger/die Träger:in vor kurzzeitigem Kontakt mit Hitze und Flammen. Bei der Hitze kann es sich um Konvektionshitze, Strahlungswärme, Spritzer von flüssigem Metall oder eine Kombination dieser Faktoren handeln. Die Schutzkleidung wird wie folgt klassifiziert: (A1) Begrenzte Flammenausbreitung, Oberflächenbeflammung. (A2) Begrenzte Flammenausbreitung, Kantenbeflammung. (B) Konvektive Wärme, Skala 1-3, wobei 3 den besten Wert darstellt. (C) Strahlungswärme, Skala 1-4, wobei 4 den besten Wert darstellt. (D) Flüssige Aluminiumspritzer, Skala 1-3, wobei 3 den besten Wert darstellt. (E) Flüssige Eisenspritzer, Skala 1-3, wobei 3 den besten Wert darstellt. (F) Kontaktwärme, Skala 1-3, wobei 3 den besten Wert darstellt. Gemäß EN 61482-2 zertifizierte Kleidungsstücke bieten einen geprüften Schutz vor thermischen Gefahren bei einem Lichtbogenunfall. Die Schutzeigenschaften sollen das Entstehen von Verbrennungen zweiten Grades verhindern. Andere durch Lichtbögen bedingte Gefahren, die die Norm nicht berücksichtigt, sind Metallsplitter, Druckwellen, Stromschläge und gesundheitsschädliche Gase, die beim Verdampfen von Materialien entstehen. Open-Arc-Test: Bei diesem Test werden Materialien und Kleidungsstücke einem offenen Lichtbogen ausgesetzt. Jedes Material bzw. jede Materialkombination führt zu einem Ergebnis, das in cal/cm² (Kalorien) angegeben wird. Der Wert definiert die Grenze für die Wärmeenergie, bei der das ihr ausgesetzte Material weiterhin Schutz vor Verbrennungen zweiten Grades bietet: ATPV-Wert, oder bei Lochbildung im Material: EBT-Wert. Sowohl ATPV als auch EBT werden mit einer Erfüllung von 50 % Schutz berechnet. 2019 wurde ein ELIM Wert hinzugefügt, welcher den ATPV und EBT ergänzt, der den oberen Energiegrenzwert angibt, um die Gefahr von Verbrennungen zweiten Grades oder von Lochbildung vollständig zu vermeiden. Je höher der Kalorienwert des Materials oder Kleidungsstücks, desto höher der Schutz für den Träger. Diese Tests können auch für Material-/Kleidungsstückkombinationen durchgeführt werden, wodurch sich eine höhere Schutzwirkung erzielen lässt. Nach EN 1149-5 zertifizierte Schutzkleidung ist antistatisch und soll verhindern, dass durch elektrische Aufladung Funken entstehen, die einen Brand oder eine Explosion verursachen können. Box-Test: bei diesem Prüfverfahren werden Materialien und Kleidungsstücke mit einem gerichteten Lichtbogen bei einem bestimmten Wert getestet. Die Spannung beträgt 400 V, die Dauer 500 ms. Der Test wird in zwei verschiedenen Klassen durchgeführt. Nach absolviertem Test wird das Ergebnis genehmigt oder nicht genehmigt. Um den Box-Test Klasse 2 zu bestehen, sind häufig Kombinationen verschiedener Kleidungsstücke oder gefütterte Kleidungsstücke erforderlich. Lichtbogen Zeit Klasse 1/APC1 4kA – 168 kJ (400v) 500 ms Klasse 2/APC2 7kA – 320 kJ (400v) 500 ms
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